Johli

 

"Wahriationen"
Cartoons von Jutta Ohligschläger

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Jutta Ohligschläger.
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Stand: 30. Oktober 2011

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  mehr zum Buch "Wo geht´s hier bitte zum Paradies?

 

 

Leseprobe
Auszug aus dem Buch
"Wo geht´s hier bitte zum Paradies"


WIE ALLES BEGANN

Der Beginn unseres "neuen Lebens", unserem Dasein auf See, fand an einem bemerkeswerten Abend statt.
Es waren diese seltenen Stunden zwischen einem arbeitsreichen Tag, und einem träumerischen Ausklang. Unsere sechs Kinder waren ausnahmsweise einmal friedlich, waren mit sich selbst beschäftigt, und der Familienhund und die Katzen dösten zu unseren Füssen. Im Kamin knisterte das Feuer und die Welt unter den Fenstern unseres Berghauses löste sich im letzten Tageslicht auf, wurde unwirklich. Im Tal lag bereits tiefe Dunkelheit. Es begann in dicken Flocken zu schneien.
Auch mein Mann, der sonst ewig rastlose, von der Ratio besessene Physiker liebte diese Stimmungen. Wir schauten in die Flammen und träumten so einfach vor uns hin. Unsere Zukunft kam uns in den Sinn, und wie es einmal sein würde, wenn die Kinder erwachsen und flügge geworden wären. Ich kuschelte mich an die Schulter meines Mannes und hing meinen Träumem nach.
"Sieh mal", sagte ich, "wenn die Kinder aus dem Haus sind, brauchen wir all diese Räume nicht mehr, wir könnten ein kleines Haus in der Heide kaufen, zwischen Birken und Kiefern. Endlose Sandwege laden dort zum Reiten ein, es gäbe Ställe zum Pferdezüchten. Vielleicht könnten wir uns dann sogar noch einen Esel - ich liebe Esel - und ein paar Schafe halten." Bis zu den Schafen hatte mein Mann ruhig zugehört, aber jetzt versteifte er sich: "Was, du willst Schafe haben?", rief er entsetzt, "die stinken doch,und ich soll womöglich noch Pullover stricken? Und ewig angebunden bist du auch mit der Fütterei und der Pflege. Reiten kann ich nicht, wozu also Sandwege " Nee, min Deern, so stelle ich mir die Zukunft denn doch nicht vor !." Unsanft fand ich mich aus meinen Träumen gerissen. Konnte es sein, dass ich nach einem so langen gemeinsamen Weg so wenig von den Zukunfsvorstellungen meines Mannes wusste?
Hier war Aufklärung nötig, die auch prompt einsetzte.
"Ich möchte einmal raus aus dem ganzen Zwang", sagte er, "möchte noch einmal frei sein, den Arbeitsalltag vergessen ! Weisst du, man müsste einfach davon segeln, mit einem guten Schiff - wenn es sein muss rund um die Welt. Und du solltest dabei sein !"
Das sagte Peter so bestimmt, so gar nicht träumerisch, dass ich in Gedanken meine Pferde, Hunde und Schafe bis auf einen Bordhund zusammenstrich und versuchte, mich an die Vorstellung von endlosem Meer, an Stürme, Gefahren und Angst zu gewöhnen. Und das alles, obwohl ich Wasser nur in der Badewanne so richtig geniessen konnte.
Es war schon etwas mühsam ! Aber einer musste ja nachgeben.
Im kommenden Frühjahr begann Peter mich systematisch seinen Träumen näherzubringen. Überall lagen jetzt Zeitschriften und Kalender herum, mit Bildern von prall gefüllten Segeln, bewegtem Wasser und strahlendem Himmel, Manchmal war das Wasser auch spiegelglatt, und die sich auf schneeweissen Jachten sonnenenden Damen - braungold mit blonder Mähne - lockten wie Sirenen, es doch auch einmal mit dem Wassersport zu versuchen....

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Wie wird man eine Skippersfrau?

... Es ist durchaus kein besonderer Verdienst, bei hartem Wetter und bei jeder Lage des Schiffes ein gute, sättigende Mahlzeit auf den Messetisch zu zaubern. Das ist für eine Skippersfrau schlicht selbstverständlich. Weiterhin hatte ich alle Details der Navigation, wofür durchschnittlich begabte Personen einen ganzen Winter lang in einem Kurs büffeln, sofort und ohne aufwendige Erklärungen, gewissermassen im Vorbeigehen zu begreifen. Und wenn mein Skipper mich aufforderte, die nächste Wende zu fahren, obwohl ich beide Hände gerade im Hefeteig hattte, wollte er keine langatmigen Einwändig hören, sondern nur ein knappes "Aye, aye Sir". Und Fehler, liebe Leser, Fehler, die eine Skippersfrau machen darf, müssen erst noch erfunden werden...

Neue Chartergäste kommen an Bord

... doch dann wurden wir durch die Neuen abgelenkt. Zwischen all den sonntäglichen Spaziergängern fielen sie sofort auf. Ihre Schultern waren unter Last der Seesäcke gebeugt, die Blicke irrten suchend und leicht gespannt von Schiff zu Schiff, ihre Kleidung hatte den seemännischen Touch, und nicht zuletzt erkannten wir sie am fröhlich-kernigen Ton der Sprache. Kein Zwiefel, das waren die Nachfahren Wilhelms Tells, auf die wir warteten.

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Buchtitel
 
"Ich bin bereit !
Jetzt können wir den Sturm abreit
en !"


"Ich wurde das Gefühl nicht los,
dass er sogar noch in Grossmutters Waschzuber aufs Meergehen würde."

 

 

 

 

 

 



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